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1512 :

Die jüdische Gemeinde wird aus Colmar vertrieben. Seit dem 13. Jahrhundert war sie in Colmar ansässig und beteiligte sich aktiv am wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt. Bereits während der Pestepidemie von 1349 war es zu Massakern an jüdischen Mitbürgern gekommen. Bis zur Französischen Revolution durften Juden nicht mehr in Colmar wohnen.

1521 :

Die Ratsbestimmungen werden geändert. Die Zahl der Zünfte wird auf zehn reduziert.

1522-1525 :

Colmar wird von starken intellektuellen, sozialen und religiösen Unruhen heimgesucht. Der Drucker Farckall macht die Stadt zu einem Zentrum lutherischer Propaganda. Nur knapp entrinnt sie den Wirren und Zerstörungen des Bauernkriegs.

1528 :

Der Arzt und Alchimist Paracelsus verlässt Basel und flüchtet nach Colmar, bevor er sein Wanderleben wieder aufnimmt.

1536 :

Die Stadt erwirbt das nahe gelegene herrschaftliche Gebiet "Heiligkreuz" (heute Sainte-Croix-en-plaine).

1538 :

Der Colmarer Rat veröffentlicht eine Klosterordnung, die das Leben der Geistlichen innerhalb der Klostermauern regelt, nachdem zahlreiche Missstände aufgedeckt worden sind.



Das Koïfhus im Jahr 1480, Zeichnung von J. Rothmuller,
Lithographie von E. Simon Sohn, Straßburg.

1548 :

Der Schriftsteller Jörg Wickram, der als Vorläufer des bürgerlichen Romans in deutscher Sprache gilt, gründet eine Meistersingerschule in Colmar.

               

Colmarer Fahnenträger aus dem  Wappenbuch von J. Koebel,
Frankfurt, 1545.

Colmar, eine angenehme Stadt…

"Dise statt ligt gar auff einem fruchtbaren boden/dan es wechßt darumb wein und korn/und sunderlich hat sie ein großen korn wachß. Sie ligt fat mitten im Elsaß/ein meil wegs fern von Keysersperg/Ammerßwyler/Reichenwyer/und Rapoltzwyler/an woelchen orten der best wein im Elsaß wachßt."
Sebastian Münster, Cosmographey oder beschreibung aller
laender / herrschaften / fürnemsten stetten etc., Basel 1564

1575 :

Die Reformation wird in Colmar eingeführt. Der Rat stellt der protestantischen Gemeinde die in ihrem Besitz befindliche Franziskanerkirche zur Verfügung.

Lateinische Bibel von Mentelin, 1459-1460, das erste große Buch, das im Elsass gedruckt wurde. Colmar Bibliothèque Municipale de Colmar.

 

>> Die Einführung der Reform

1580 :

Nach den Plänen des Straßburger Achitekten Specklin wird Colmar neu befestigt.

Reichsstadt Colmar

"Colmar, Freie Reichsstadt. Der erlauchte Rat lud uns zum Mahle und ließ uns den Ehrentrunk reichen; im Namen der Stadt tafelten zwei Pastoren mit uns. Die Stadt ist gut befestigt; sie ist von einem doppelten Graben und einem doppelten Bollwerk umringt und verfügt über ein elegantes Arsenal."
Wolfgang Meyer, Pastor in Basel und Mülhausen, 1618

1627 :

Mitten im Dreißigjährigen Krieg wird der Protestantismus in Colmar abgeschafft. 1632 wird er während der schwedischen Besatzung wieder eingeführt.

Titelseite der Apologia der Reichsstadt Colmar, verlegt von D. Imlin und J.B. Schneider, Colmar, 1645

>> Der Westfälische Frieden

Diese Stadt ist außerordentlich schön

und mit prachtvollen Gebäuden geschmückt, in einem schönen und fruchtbaren Tal gelegen. Sie ist sehr gut befestigt und mit einem schönen Bollwerk versehen. Das Rathaus, das Kaufhaus und mehrere öffentliche Gebäude sind sehr gut gebaut… Derzeit gibt es nur noch 13000 bis 14000 Bürger, von denen die meisten reich sind und in angenehmen Verhältnissen leben dank des Handels, den sie betreiben, und wegen der vielen Märkte, die hier stattfinden. Die Stadt ist so günstig gelegen, dass man 40 Städte und Marktflecken und mehr als 240 Dörfer zählt, welche zum Markt kommen und noch am selben Tag nach Hause zurückkehren.
Domilliers, Unterbevollmächtigter des Intendanten, um 1660

Merian, Ansicht von Colmar, 1644. Archives départementales du Haut-Rhin.

1673 :

Während des Krieges gegen Holland besetzen die Truppen Ludwigs XIV. Colmar. Die Befestigungsbauten werden zerstört. Von nun an ist Colmar eine "offene" Stadt.

Am Mittwoch, dem 30. August, nähert sich das königliche Gefolge mit mehr als 200 Kutschen. Hoch zu Ross macht Ludwig XIV die Runde um den Platz. In Andolsheim, wo der Hof zu Abend speist, hält Mademoiselle de Montepensier, die Herzogin von Orléans, folgende Worte des Königs fest: "Die Herren Colmarer sind nicht mehr so glorreich wie einst"!

Die Abbrucharbeiten gehen ohne Unterlass weiter. 4000 Männer sind dabei am Werk. Pioniere sprengen Bastionen, Türme und Mauern. Am Samstag, dem 2. September, kommt der König von Breisach noch einmal an Colmar vorbei, um sich von den Abbrucharbeiten ein Bild zu machen. Den jubelnden Soldaten ruft er zu: "Mut, nur Mut, meine Kinder!"

1679 :

Mit dem Frieden von Nimwegen wird Colmar zur "Königlich französischen Stadt".

        
Colmar im Jahre 1737, verlegt von A. Muller. Archives départementales du Haut-Rhin.
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